Ausland
Experte: USA erwarten vom Kreml Schritte gegen Irans Atomgefahr
Thema: Atomstreit mit Iran
NEW YORK, 18. September (RIA Novosti). Von ihrem Verzicht auf den Raketenschild in Polen und Tschechien erhoffen sich die USA laut dem Russland-Experten Thomas Graham bessere politische und militärische Optionen gegen Irans Raketenprogramm.
Die US-Regierung halte ihre Entscheidung für kein Zugeständnis, deshalb erwarte sie im Gegenzug auch keine Zugeständnisse von Russland, sagte Graham, der einst im Nationalen Sicherheitsrat der USA für Russland zuständig gewesen war und heute als Senior Director der Beratungsfirma Kissinger Associates arbeitet, zu RIA Novosti.
„Washington rechnet aber, dass diese Entscheidung die Atmosphäre verbessert und Moskau sich für einen Ausbau der Kooperation beim Widerstand gegen gemeinsame Bedrohungen wie Teherans Atomwaffenprogramm entscheidet“, hieß es.
Die US-Regierung strebe einen effizienteren und preiswerteren Raketenschild an: „Ich denke, sowohl die Politik als auch die Finanzen haben bei der Erörterung dieser Frage eine große Rolle gespielt“.
Der Verzicht auf Anlagen in Tschechien und Polen untergrabe keineswegs die US-Verteidigungsbereitschaft, denn Iran werde noch Jahre brauchen, um Langstreckenraketen zu entwickeln. Dafür bekämen die USA mehr Optionen gegen iranische Kurz- oder Mittelstreckenraketen.
Am Donnerstag hatte Barack Obama verkündet, den umstrittenen Basen in Osteuropa Raketenabwehranlagen auf Schiffen vorzuziehen.

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