RIA Novosti

Medwedew bestätigt Netanjahus Geheimgespräche in Moskau

16:37 20/09/2009

Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat bestätigt, dass der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu zu einem Geheimbesuch in Moskau geweilt hatte.

MOSKAU, 20. September (RIA Novosti). Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat bestätigt, dass der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu zu einem Geheimbesuch in Moskau geweilt hatte.


Es sei der Wunsch Netanjahus gewesen, Moskau nicht öffentlich zu besuchen, die russische Seite habe dies akzeptiert, sagte Medwedew in einem Interview für CNN. „Ich verstehe nicht ganz, womit diese Entscheidung verbunden war. Weil aber unsere Partner das beschlossen haben, haben wir das ruhig aufgenommen. Ich habe mit ihm (Netanjahu) gesprochen."

Bei dem Treffen mit Netanjahu seien diverse Probleme erörtert worden, teilte Medwedew weiter mit.

Am 3. September hatte Israels größte Tageszeitung „Jediot Aharonot" gemeldet, dass Netanjahu diese Woche Russland heimlich besucht und über russische Waffengeschäfte mit Iran beraten habe. Netanjahus militärischer Sekretär Meir Kalifi beteuerte, dass der Ministerpräsident im besagten Zeitraum in Israel geweilt habe. Auch die russische Seite verkündete, sie wisse nichts von Netanjahus Besuch.

Am Tag darauf bestätigten die renommierten Zeitungen "Haaretz" und „Maariv" unter Verweis auf eine Regierungsquelle in Tel Aviv, dass Netanjahu am Montag in Moskau gewesen sei und über russische Raketenlieferungen nach Iran beraten habe. „Das Ziel der Reise des Premierministers, von der nur einige Regierungsmitglieder Bescheid wussten, war es, die russische Regierung zum Verzicht auf den Verkauf von Raketen (S-300) an Iran zu bewegen", berichtete "Haaretz". Ein weiteres Thema war der Meldung zufolge die Weigerung Russlands, härtere Sanktionen gegen Irans Atomprogramm zu unterstützen.

Netanjahu sei mit einem Privatjet nach Moskau geflogen. Über die Reise seien nur sein militärischer Sekretär Meir Kalifi, Sicherheitsberater Usi Arad sowie Verteidigungsminister Ehud Barack und Außenminister Avigdor Lieberman informiert gewesen. „Selbst Netanjahus Kanzleichef Eliahu Gabbay, der Moskau am Dienstag besuchte, wusste nicht, dass sein Boss einen Tag davor dort geweilt hatte", so "Haaretz".

Einige Tage davor hatten Journalisten Netanjahu für zehn Stunden aus den Augen verloren. Später ließ die Kanzlei des Ministerpräsidenten wissen, Netanjahu habe in dieser Zeit eine geheime Militäranlage in Israel besucht. Der russische Außenamtssprecher Andrej Nesterenko sagte am Donnerstag, dem Außenministerium liegen keine offiziellen Angaben über Netanjahu Moskau-Besuch vor.

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