Ausland
Türkei sagt gemeinsames Manöver ab - Israel vermutet Antwort auf Gaza-Einsatz
ANKARA, 12. Oktober (RIA Novosti). Die Türkei hat das für diese Woche geplante Armeemanöver "Anatolian Eagle" mit Israel bis auf Weiteres verschoben.
Israelische Medien berichteten daraufhin unter Verweis auf das Militärkommando, die Türkei wolle israelische Luftwaffe nicht in ihren Luftraum lassen, weil diese Anfang dieses Jahres den Gaza-Streifen angegriffen hatte. Laut israelischen Zeitungen ist der Aufschub der Übung bei den USA und Italien auf Kritik gestoßen. Diese Staaten sollen sogar gedroht haben, die Übung zu boykottieren, sollte Israel davon ausgeschlossen werden.
Das türkische Außenministerium bezeichnete die israelischen Medienberichte als "unannehmbar". Die für 12. bis 23. Oktober geplante Übung sei nach Konsultationen mit anderen Teilnehmern verschoben worden, erklärte das Außenamt und warnte einen politischen Hintergrund zu suchen. "Wir rufen israelische Vertreter zu Vernunft bei der Abgabe von Erklärungen und Wertungen auf."
Die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei, noch vor kurzem enge sicherheitspolitische Partner, haben sich nach der blutigen israelischen Offensive im Gaza-Streifen zugespitzt. Mit dem Einsatz, bei dem mehr als 1400 Palästinenser getötet und 6 000 verletzt wurden, hatte Tel Aviv zum Jahreswechsel auf die Raketenangriffe militanter Palästinenser reagiert.
Die internationale Übung "Anatolian Eagle" findet seit 2001 auf Anregung der türkischen Luftwaffe statt.

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