Ausland
Bestechung als Geheimwaffe von ISAF gegen Taliban in Afghanistan
MOSKAU, 15. Oktober (RIA Novosti). Die italienischen Geheimdienste haben den Taliben eine Menge Geld zukommen lassen, um den Anschein der Ruhe in den Regionen Afganistans zu erwecken, wo italienische Militärs für die Sicherheit verantwortlich waren.
Das schreibt am heutigen Donnerstag die britische Zeitung Times unter Berufung auf einige NATO-Sprecher.
Times zufolge sollte gerade diese verderbliche Bestechungspraxis im August 2008 zehn französischen Soldaten das Leben gekostet haben, die das italienische Kontingent in der Region Sarobi ersetzt haben, ohne Information über die Eigenart ihrer "Aufgabe" von den Italienern erhalten zu haben.
Demzufolge schätzten französische Soldaten die Lage falsch ein und schickten zum Streifengang 60 leichtbewaffnete Soldaten, die unachtsam in eine Falle der Taliben gerieten. Zehn Soldaten kamen damals ums Leben, 21 wurden schwer verletzt.
"Vielleicht macht es sogar Sinn, Extremistengruppierungen zu bestechen, um gewaltlos gegen Gewalt zu kämpfen. Es ist aber der blanke Wahnsinn, die Verbündeten darüber nicht zu informieren", sagte der Zeitung ein hochrangiger NATO-Vertreter in Kabul.
Ein anderer NATO-Sprecher sagte der Times, dass die USA über Zahlungen italienischer Geheimdienste an die Taliban in der Provinz Gerat gewusst hätten. Ihm zufolge wussten die Italiener das selbst nicht, obwohl ihre Telefongespräche diesbezüglich abgehört worden waren.
Im Juni habe der US-Botschafter in Rom Protest eingelegt, was aber nicht an die große Glocke gehängt wurde, um einen Skandal zu vermeiden. Über die Bestechungen in Sarobi erfuhren die USA laut dem Sprecher erst später.
Nach Ansicht der NATO-Mitarbeiter, die von der Times befragt wurden, haben die Italiener die Extremisten bestochen, um Menschenverluste zu vermeiden, die in Italien ungewünschte politische Schwierigkeiten hätten verursachen können.
In Frankreich hat laut Times der Tod von zehn Militärs eine große Resonanz hervorgerufen. Am Tag nach dem Vorfall besuchte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy Afganistan.

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