
MOSKAU, 19. Oktober (RIA Novosti). Der gestrige Sprengstoffanschlag im Iran, bei dem nach den jüngsten Angaben 42 Menschen getötet wurden, ist laut der russischen Expertin Jelena Melkunjan die Folge der wachsenden Instabilität in der Islamischen Republik nach der Präsidentenwahl.
Nach der Wahl, bei der Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad im Amt bestätigt wurde, habe die Opposition alle Unzufriedenen im Iran mobilisiert, sagte Melkunjan, Professorin an der Moskauer Hochschule RGGU und führende Mitarbeiterin am Institut für Orientalistik der Russischen Akademie der Wissenschaften. Ihr zufolge werden gegenwärtig radikale Gruppen aktiv, die lange Zeit von den Behörden ruhig gehalten werden konnten. Eine dieser Gruppen sei die sunnitische Jundollah, die sich zum Attentat bekannt hatte.
Der Expertin zufolge sind weitere Bluttaten im Iran nicht ausgeschlossen, weil die Führungselite das Wahlergebnis ungeachtet der Proteste der Opposition durchgesetzt habe, ohne Rücksicht auf die Interessen der anderen politischen Kräfte zu nehmen.
Das Attentat auf einen hohen Befehlshaber der Elite-Einheit Islamische Revolutionsgarden war am Sonntag im Süden des Landes verübt worden. Der hohe Militär wurde getötet. Ein Selbstmordattentäter hatte seine Bombe vor einer Konferenzhalle in der Stadt Sarbaz gezündet, als sich dort Kommandeure und Mitglieder des Ältestenrates zu einem Treffen versammelt hatten.
Nach dem Selbstmordanschlag, offenbar dem schwersten in der Islamischen Republik seit Jahren, warf der Befehlshaber der Landstreitkräfte der Revolutionsgarden, General Mohammad Pakpour, Großbritannien und den USA vor, die Terroristen ausgebildet und mit Waffen versorgt zu haben, wie die Agentur AFP am Montag meldete. Am Vortag hatte ein Sprecher der Revolutionsgarden geäußert, dass hinter der Bluttat „ausländische Elemente" stünden, die „mit den USA verbunden sind".