MOSKAU, 22. Oktober (RIA Novosti). Russland nimmt an dem am 1. Dezember vor dem UN-Gerichtshof in Den Haag beginnenden Prozess teil, bei dem Rechtsmäßigkeit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo überprüft werden soll. Das teilte der russische Außenamtssprecher Andrej Nesterenko am Donnerstag in Moskau mit. Russland bestätige seine Bereitschaft zu weiteren praktischen Anstrengungen, um eine rechtlich stichfeste und gerechte Lösung des Kosovo-Streits auszuarbeiten, sagte Nesterenko. Die serbische Provinz Kosovo, die seit dem Nato-Angriff auf das damalige Jugoslawien im Jahr 1999 unter UN-Verwaltung stand, hatte im Februar 2008 mit Rückendeckung der USA und führender EU-Staaten ihre Unabhängigkeit ausgerufen. Serbien verkündete, den Verlust von 15 Prozent seines Gebietes niemals zu akzeptieren. UN-Vetomacht Russland kündigte an, nur eine Lösung mit Zustimmung Serbiens mitzutragen. Bislang wurde das Kosovo von mehr als 60 der 192 UN-Nationen als unabhängiger Staat anerkannt. Gegen ein unabhängiges Kosovo sind unter anderem auch China und Indien. Auf Anregung Serbiens hatte die UN-Vollversammlung vor einem Jahr eine Resolution verabschiedet, mit der das UN-Gericht in Den Haag aufgerufen wird, die einseitigen Unabhängigkeitserklärung des Kosovo auf deren Rechtmäßigkeit zu überprüfen. Die Entscheidung des Gerichts soll allerdings keine verbindlichen Konsequenzen haben. Belgrad rechnet jedoch damit, dass ein eventuell negatives Gutachten zu neuen Verhandlungen über den Status der Kosovo-Region verhelfen könnte. Anerkennung des Kosovo: Gegner, Befürworter und Unentschlossene. INFOgraphiken
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