Ausland
Iran hält Atombombe für „Sünde“
Thema: Atomstreit mit Iran
ANKARA, 23. Oktober (RIA Novosti). Der Chef der iranischen Atomenergieorganisation, Ali Akbar Salehi, hat türkischen Medien zufolge die Anschuldigungen des Westens, Teheran entwickele Kernwaffen, entschieden zurückgewiesen. Die USA und andere westliche Länder werfen dem Iran vor, unter dem Deckmantel der friedlichen Nutzung der Atomenergie an der Entwicklung von Kernwaffen zu arbeiten.
Der UN-Sicherheitsrat hat dazu bereits fünf Resolutionen verabschiedet und Sanktionen gegen den Iran verhängt, verbunden mit der Forderung, auf die Anreicherung von Uran zu verzichten. Teheran bestreitet alle Vorwürfe und erklärt stattdessen, sein Atomprogramm sei ausschließlicht darauf gerichtet, den Bedarf des Landes an Elektroenergie zu decken.
„Wir entwickeln keine Atombombe, da wir das für eine Sünde halten. Außerdem entspricht es nicht unseren Interessen“, sagte Salehi in einem Interview für die Freitagsausgabe der türkischen Zeitung „Hürriyet“. Der Leiter der iranischen Atomenergiebehörde fügte hinzu, dass „jedes Land das Recht auf den Besitz von Atomtechnologien“ habe.
Die wesentlichsten Gründe, weshalb der Iran kein Kernwaffenprogramm plant, sind nach den Worten von Salehi zwei. „Erstens tötet die Atombombe auch friedliche Bürger. Und im Islam heißt es, dass die Tötung eines Menschen gleichbedeutend mit der Auslöschung der gesamten Menschheit ist. Wir sind gegen Kernwaffen - aus religiösen und aus ethischen Erwägungen.“ Zweitens sei die Herstellung einer Atombombe für sein Land „in höchstem Maße unlogisch“, so Salehi. „Wenn der Iran glauben würde, dass die Produktion der Bombe seinen Interessen entspricht, so hätte er sie gebaut und das auch absolut nicht verheimlicht. Wir haben jedoch entschieden, dass die Herstellung von Kernwaffen der Militärdoktrin unseres Landes widerspricht.“

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