Ausland
Moskau und London suchen Ende der Eiszeit
MOSKAU, 01. November (RIA Novosti). Der erste Russland-Besuch eines britischen Außenministers seit fünf Jahren soll laut Experten die Bereitschaft der beiden Länder bekräftigen, die zwischen ihnen herrschende politische Eiszeit zu überwinden.
Im Vorfeld seines Moskau-Besuchs, der vom 1. bis 2. November stattfindet, sagte der britische Außenminister David Miliband der „Financial Times", er wolle vor allem Themen erörtern, bei denen London und Moskau keine drastischen Differenzen hätten. Das betreffe etwa die Situation um Iran, Afghanistan und im Nahen Osten.
Miliband erwarte vorerst keinen Durchbruch bei den akutesten Streitfragen, die die Beziehungen zwischen den beiden Ländern in den letzten Jahren überschattet haben.
Der britische Ex-Botschafter in Russland, Tony Brenton, sagte aber der Agentur RIA Novosti, man werde die Konfliktthemen kaum umkurven können.
Miliband werde seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow bestimmt darauf aufmerksamn machen, dass London nach wie vor die Auslieferung von Andrej Lugowoi fordert. Dieser Russe soll nach Angaben britischer Behörden in die Ermordung des russischen Ex-Geheimdienstlers Alexander Litwinenko in London verwickelt sein. Aber auch Lawrow erinnere wohl an Moskaus Forderung, den in London als Asylant lebenden Olygarchen Boris Beresowski auszuliefern, so Brenton.
„All diese Fragen lassen sich kaum durch ein Treffen lösen. Unabhängig von seinen Ergebnissen zeigt Milibands Besuch jedoch, dass die beiden Länder nach einigen Jahren ‚Eiszeit' bereit sind, einen Ausweg aus der Sackgasse zu suchen, und eine Kooperation mindestens in den Bereichen anstreben, wo sie möglich ist", sagte der Ex-Botschafter.

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