
MOSKAU, 02. November (RIA Novosti). Im Justizstreit um den Tod des russischen Ex-Geheimdienstlers Litwinenko fordert London erneut die Auslieferung des Hauptverdächtigen Lugowoi aus Russland. Moskau hat seine Gegenargumente.
Der britische Außenminister David Miliband sagte am Montag bei einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Moskau, Großbritannien habe Russland bereits genügend Informationen übermittelt, um die Auslieferung zu begründen. Britische Geheimdienste hätten ihre Arbeit im Sinne der internationalen Kooperation in gebührender Weise geleistet.
Lawrow erwiderte: „Unsere Position hat sich nicht verändert. Ich denke, unsere britischen Kollegen begreifen, dass ihre Forderungen, Russlands Verfassung zu ändern, absolut unrealistisch ist. Falls die britische Seite entsprechendes Material vorlegt, ist unsere Generalstaatsanwaltschaft bereit, eine Gerichtsverhandlung in Russland unter Mitwirkung britischer Vertreter in die Wege zu leiten“.
Das vorgelegte Material reiche selbst für Ermittlungen in Russland nicht aus: „Britische Kollegen wissen Bescheid, welches Material noch erforderlich ist, um einen Prozess in Russland zu starten“.
Lawrow betonte, Russland sei daran interessiert, diesen Streit zu regeln. Dann werde das Problem beseitigt, das die Beziehungen zwischen Moskau und London überschatte.
Die britische Justiz wirft dem russischen Staatsbürger Andrej Lugowoi vor, den russischen Ex-Geheimdienstler Alexander Litwinenko im Jahr 2006 in London mit Polonium tödlich vergiftet zu haben. London fordert, Lugowoi auszuliefern. Moskau erwidert, die nationale Verfassung verbiete die Extradition russischer Staatsbürger.