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Berliner Mauerfall vor 20 Jahren, aber sein Staub trübt noch immer die Luft - Presse

14:34 09/11/2009

Am 9. November wird ein bemerkenswertes Jubiläum begangen: Vor 20 Jahren fiel die Berliner Mauer, ein Symbol des Kalten Krieges und der langjährigen Konfrontation zweier politischer Systeme. Darüber schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Montag.

MOSKAU, 09. November (RIA Novosti). Am 9. November wird ein bemerkenswertes Jubiläum begangen: Vor 20 Jahren fiel die Berliner Mauer, ein Symbol des Kalten Krieges und der langjährigen Konfrontation zweier politischer Systeme. Darüber schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Montag.

Ist der Frieden auf unserem Planeten nach dem Mauerfall sicherer geworden? Eindeutig lässt sich die Frage leider nicht beantworten.

Nach dem Fall der Berliner Mauer brach der Warschauer Pakt zusammen und mit ihm der Sozialismus in seinen Ländern. Die Sowjetunion hörte auf zu bestehen. Die sowjetischen Truppen wurden eilig aus der DDR, Polen, Tschechoslowakei und Ungarn abgezogen. Das Versprechen von George Bush sen. an seinen sowjetischen Amtskollegen Michail Gorbatschow, dass "die Nato um kein Meter nach Osten vorrücken" werde, sind Worte geblieben.

Nur einen Monat nach dem Fall der Berliner Mauer entsandte Bush sen. 26 000 seine Soldaten nach Panama und führte so vor Augen, dass die US-Politik auch in Zukunft auf militärische Stärke setzen würde. Anfang der 90er Jahre begann der erste, Anfang des 21. Jahrhunderts der zweite Golfkrieg. Dazwischen wurde das geteilte Jugoslawien mit Raketen bombardiert. Von Serbien wurden etwa 20 Prozent seines Territoriums abgespalten, unter dem Nato-Protektorat entstand ein neuer Staat, das Kosovo.

Bush jun. trat vom ABM-Vertrag von 1972, der als Eckpfeiler der Sicherheit galt, zurück; Moskau legte seine Teilnahme am Vertrag über die konventionellen Streitkräfte in Europa auf Eis; Terroristen zerstörten das World Trade Center in New York.

Letzteres führte zum Krieg in Afghanistan, der bis heute im Gange ist.

Die US-Ausgaben für militärische Zwecke stiegen auf 670 Milliarden Dollar...

Es kam zum Krieg in Südossetien.

Die Sicherheit der Welt, ja sogar jedes einzelnen Staates ist in den letzten 20 Jahren nicht verlässlicher geworden. Der Mauerfall setzte dem Bestehen einer bipolaren Welt, die sich auf der Angst vor gegenseitiger nuklearer Vernichtung stützte, ein Ende.

Aber auch die einpolare Welt hat ihre Verletzlichkeit gezeigt. Es ist offensichtlich, dass es gilt, die Beziehungen zwischen Ländern und ihren Bündnissen zu verändern und zu neuen, multipolaren Systemen der Sicherheit zu kommen.

Damit das geschieht, muss aus den Erfahrungen der letzten 20 Jahre die Lehren gezogen werden. Wie einst als sich Länder zweier verfeindeter Lager einander entgegenkamen, wohl wissend, dass das Zurückhalten von gewissen Differenzen für alle von Nutzen sein werde.

Das ist die Hauptlehre, die uns die Mauer erteilt hat.

 

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