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Ausland

Deutsch-russischer Rundtisch bei RIA Novosti zum 20. Jahrestag des Mauerfalls

17:12 09/11/2009

MOSKAU, 9. November (RIA Novosti). Anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls in Berlin sind heute bei RIA Novosti in Moskau bekannte russische und deutsche Journalisten zusammengekommen, um ihre Meinungen zu diesem denkwürdigen Tag und den darauf folgenden Ereignissen auszutauschen.

Als Ehrengast war der russische Diplomat und Politiker Valentin Falin eingeladen. Falin war in den 60er und 70er Jahren Experte im persönlichen Beraterstab von Nikita Chruschtschow für Fragen der sowjetischen Deutschlandpolitik. Er war auch längere Zeit Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland in Bonn.

An dem Runden Tisch, der im Rahmen einer Tagung der Arbeitsgruppe Medien zum Petersburger Dialog stattfand, nahm als Comoderator auch der Chefredakteur des "Rheinischen Merkur" Professor Michael Rutz teil.

"Für uns ist dieser Tag natürlich ein besonderer Tag... Für uns ist das eine wichtige und positive Entwicklung gewesen, dass wir heute hier sitzen können, in Freiheit. Das ist eine gemeinsame Errungenschaft aus dieser Zeit her", sagte Rutz.

Der russische Diplomat Falin gratulierte allen Russen und Deutschen zum Tag der Wiedervereinigung Deutschlands und rief alle auf, aus diesem Ereignis die richtigen Konsequenzen zu ziehen, damit die nächsten Generationen die Fehler der damaligen Zeit nicht wiederholen. Ihm zufolge ist es recht wichtig zu lernen, alles mit dem gleichen Maß zu messen.

Falin mahnte auch, ganz vorsichtig mit der Interpretation der Geschichte umzugehen, da falsche Interpretationen Folgen haben könnten, mit denen sich die nächsten Generationen auseinandersetzen müssten.

Ihm zufolge dürfe man das heutige Datum nicht zum Schüren von antirussischen Stimmungen benutzen. Laut Falin sind in Deutschland Stimmungen zu hören, die Sowjetunion habe die Mauer errichtet und deutsche Familien getrennt, sie sei überhaupt schuld an allem, was damals passierte.

"Es ist ganz leicht, Zwietracht zu säen, die Saat müssen danach die nächsten Generationen ernten. Irgendwann muss man einen Schlussstrich unter der Vergangenheit ziehen und sagen, dass es Engel weder auf der westlichen noch auf der östlichen Seite gab...

Wir müssen die richtigen Schlussfolgerungen nicht über die Vergangenheit, sondern für die Zukunft ziehen. Falls wir das nicht tun, sind wir zur Wiederholung von Fehlern verurteilt, die das Leben von drei Generationen so erschwert haben", sagte Falin.

 

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