Ausland
Experte: Schärfere Töne um S-300-Raketen belegen Irans Verwirrung
MOSKAU, 16. November (RIA Novosti). Da es ihm im Atomstreit nicht gelungen ist, die UN-Vetomächte zu spalten, wird Teheran nach Ansicht des russischen Auslands-Experten Wladimir Saschin unruhig und verschärft deshalb den Ton bei den Versuchen, russische S-300-Raketen zu bekommen.
„Ich denke, Russlands Haltung zum iranischen Atomprogramm wurde etwas korrigiert“, sagte Saschin, der am russischen Orientalistik-Institut tätig ist, am Montag in einem RIA-Novosti-Gespräch.
Die Regierung in Teheran agiere in letzter Zeit nicht kompromissbereit und manchmal sogar provokativ. So habe sie bislang keine positive Antwort auf den IAEO-Vorschlag gegeben, das Uran in Russland anreichern zu lassen.
„Bald sagt Iran ‚ja’, bald ‚nein’, bald ‚möglicherweise’. Das sieht für mich wie Zeitspiel aus“, so Saschin. In den letzten sechs Jahren habe Iran versucht, die internationalen Vermittler (sechs UN-Vetomächte und Deutschland) zu spalten. Das sei zum Teil gelungen. Nun spüre Teheran, dass das Geduld der Sechs am Ende sei.
Vor diesem Hintergrund verändere sich auch Moskaus Haltung, obwohl der Kreml das Iran-Problem weiterhin diplomatisch lösen wolle. Russlands jüngste Erklärungen seien eine Art Warnung, sagte Saschin. Dmitri Medwedew hatte am Sonntag betont, die Gespräche mit Teheran seien kein Selbstzweck und bei ihrem Scheitern gebe es „andere Mittel“.
Deswegen werde Iran unruhig, so Saschin weiter. Eine Bestätigung dafür sei der jüngste Appell an Moskau, mit den zuvor vereinbarten Lieferungen russischer S-300-Raketen zu beginnen.
Fotostrecke über S-300 und weitere Luftabwehrsysteme
Da die Vermittler eine einheitliche Haltung an den Tag legen, kann Iran zu Kompromissen bewegt werden, mutmaßte der Experte. Das Problem bestehe aber darin, dass es innerhalb der iranischen Elite keine Einheit in Bezug auf den weiteren Kurs gebe.

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