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Ausland

Raketen-Deal gestoppt: Scharfe Töne aus Iran gegen Russland – Presse

13:22 25/11/2009

MOSKAU, 25. November (RIA Novosti). Russlands Streben nach besseren Beziehungen zur neuen US-Administration beunruhigt zunehmend Iran, schreiben russische Zeitungen am Mittwoch.

Die Behörden in Teheran befürchten, dass sich Moskaus Position in Bezug auf Sanktionen und Waffenlieferungen verhärtet. Die Töne aus der Islamischen Republik werden immer forscher. Iranische Militärs drohen Russland mit einer Gerichtsklage und warnen davor, dass sie selbstständig Luftabwehrraketen bauen könnten, die den versprochenen S-300-Systemen ähneln.

Moskau hat sich dafür eingesetzt, Teheran noch Zeit zu geben, damit es über die Vorschläge der IAEO über den Tausch von angereichertem iranischem Uran gegen den Brennstoff für den Forschungsreaktor nachdenken kann. Diesem Vorgehen mussten auch Russlands westliche Partner aus der Sechser-Gruppe zu Iran zustimmen, die mit einem Zeitpunkt rechnen, an dem Moskau sich gezwungen sehen wird, die Verhärtung der Sanktionen gegen Iran zu akzeptieren.

Doch Teheran legt keinen besonders großen Wert auf die russische Hilfe. Gestern drohte General Mohammed Hassan Mansurian, stellvertretender Befehlshaber der Luftabwehr von Iran, Russland mit einer Gerichtsklage wegen der Nichterfüllung des Vertrags über den Verkauf der S-300-Raketen.

Ihm zufolge "könnte der Fall von internationalen Gerichtsinstanzen verhandelt werden", weil die russische Seite "die Erfüllung ihrer Verpflichtungen verweigert". Außerdem sei Iran, wie Mansurian erklärte, in der Lage, ein analoges Luftabwehrsystem zu bauen.

Die Erklärung der iranischen Militärs sehe aus wie ein Bluff, findet Marko Lukovic, Chefberater für Verteidigungsfragen in der britischen Beratungsfirma Frost & Sullivan. "Von den modernen Luftabwehrsystemen hat Iran in seiner Bewaffnung hauptsächlich importierte Technik, beispielsweise die 2007 gelieferten russischen Komplexe Tor-M1", sagte der Experte.

Irans Luftabwehr macht mehr als 3050 Waffeneinheiten, einschließlich der russischen Systeme 2K12 "Kub", der SS-200 und der 3SU-23-2 "Jenissej" aus. Es sei nicht ausgeschlossen, dass eine solche Erklärung die Bereitschaft der iranischen Militärs habe demonstrieren sollen, die Sicherheit des Landes selbstständig zu gewährleisten.

Inzwischen versucht Teheran, Moskau unter psychologischen Druck zu setzen. Ramin Mehmanparast, Sprecher des iranischen Außenministeriums, spielte gestern darauf an, dass sich die Einstellung der Öffentlichkeit in dem Land gegenüber Moskau verschlechtern könnte: "Die öffentliche Meinung in Iran reagiert recht sensibel auf die Einlösung der gegebenen Versprechen bestimmter Staaten. Es darf nicht zugelassen werden, dass in der iranischen Gesellschaft ein Gefühl der Kränkung zunähme."

Quellen: "RBC Daily" und "Kommersant" vom 25.11.09.

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