Ausland
Afghanistan: Aufruf zu Verhandlungen mit Taliban realitätsfremd
Thema: Lage in Afghanistan
KABUL, 27. November (RIA Novosti). Als "realitätsfremd" hat Afghanistans Ex-Präsidentschaftskandidat Dr. Abudllah Abdullah Aussichten für Verhandlungen der Regierung mit den Taliban-Milizen bewertet.
"Da solche Verhandlungsangebote von der Taliban bereits mehrmals abgelehnt wurden, scheint es mir realitätsfremd, solche Verhandlungen zu erwarten", sagte er im afghanischen Fernsehen.
In seiner Amtseinführungsrede am 19. November hatte Präsident Hamid Karsai mitgeteilt, dass die Kontakte mit der Taliban unter Vermittlung Saudi Arabiens abgewickelt wurden. Er rief die Saudis auf, diese Vermittlungsaktivitäten fortzusetzen. Zugleich rief Karsai die Taliban-Milizen auf, am Obersten Staatsrat (Loya Jirga) teilzunehmen, Waffen niederzulegen und zum friedlichen Leben zurückzukehren.
Die Taliban-Spitzenvertreter selbst bewerten indes Karsais Behauptungen über die Kontakte mit ihnen als eine Erfindung. In seinem Appell an das afghanische Volk anlässlich des Festes Kurban Bairam betonte Taliban-Führer Mullah Omar, seine Bewegung werde keine Verhandlungen bzw. Kontakte mit der "Marionettenregierung" Karsais aufnehmen, bis der letzte ausländische Soldat das afghanische Territorium verlassen hat.
Wie Abdullah Abdullah hinzufügte, teilen nicht alle in Afghanistan Karsais Streben, Verhandlungen mit der Taliban aufzunehmen, weil viele unter dem Taliban-Regime leiden mussten und die Taliban-Ansichten nicht teilen.
"In dieser Frage muss die Meinung des gesamten afghanischen Volkes und nicht bloß einzelner Gruppen berücksichtigt werden", sagte er.

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