Ausland
Türkei verurteilt beleidigendes Vorgehen des israelischen Außenministeriums
ANKARA, 12. Januar (RIA Novosti). Die Türkei hat am Dienstag gegen die "demonstrative Erniedrigung" ihres Botschafters in Israel protestiert und das Vorgehen des israelischen Außenministeriums scharf kritisiert.
Die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei spitzten sich wegen einer als antisemitisch angesehenen Fernsehserie zu. In der türkischen Serie "Tal der Wölfe" kidnappen Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad türkische Kinder. In einer anderen Szene töten israelische Soldaten massenweise Palästinenser.
Israel hatte zuvor gegen eine neue Folge eingelegt. Zudem wurde der türkische Botschafter Ahmet Oguz Celikkol einbestellt und vor laufenden Kameras gezielt diplomatisch brüskiert. Israelischen Medienberichten zufolge wurde Celikkol nicht einmal in das Außenministerium des jüdischen Staates eingeladen. Der israelische Vizeaußenminister Danny Ajalon habe ihn in seinem Arbeitszimmer im Parlament empfangen. In dem Raum habe es entgegen dem üblichen Protokoll keine türkische Flagge gegeben.
Ajalon habe auf das Händedrücken verzichtet und dem Botschafter einen Sessel angeboten, der deutlich niedriger als der Stuhl des Gastgebers gewesen sei. "Es muss klar sein, dass er niedrig sitzt und wir hoch", soll der israelische Diplomat den anwesenden Kamerateams erklärt haben.
In ihrer Reaktion verweist das türkische Außenministerium darauf, dass sich Ankara für Frieden und Stabilität in der Region einsetze und dabei auf friedliche Mittel setze. Gerade darüber habe Premier Erdogan in seiner Rede gesprochen, die zuvor heftige Kritik in Tel Aviv ausgelöst hatte.
Die Beziehungen zwischen Türken und Juden hätten eine viel längere Geschichte als der Staat Israel, kommentierte das türkische Außenamt die Aussage der israelischen Diplomaten, dass die Türkei das letzte Land sei, das Israel Moralpredigten halten dürfe.
Die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei, noch vor kurzem enge sicherheitspolitische Partner, haben sich nach der blutigen israelischen Offensive im Gaza-Streifen zugespitzt. Mit dem Einsatz, bei dem mehr als 1400 Palästinenser getötet und 6 000 verletzt wurden, hatte Tel Aviv vor einem Jahr auf die Raketenangriffe militanter Palästinenser reagiert.
Im Januar 2009 hatte der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Israel die "massenweise Tötung von Zivilisten im Gaza-Streifen" vorgeworfen und verließ wutentbrannt den Saal. Im Oktober sagte die Türkei eine gemeinsame Luftwaffenübung mit Israel ab.

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