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Nahost-Konflikt: Palästinenserchef Abbas sucht Hilfe bei Moskau - Presse

14:20 27/01/2010

MOSKAU, 27. Januar (RIA Novosti). Mahmud Abbas, der international anerkannte Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde, ist wegen der auf der Stelle tretenden Nahost-Lösung erneut nach Moskau gekommen, berichten russische Zeitungen am Mittwoch.

Abbas regiert nur im Westjordanland und kämpft ununterbrochen gegen Israel sowie gegen die islamistische Hamas im Gaza-Streifen.

Die Palästinenser verpassen kaum eine Gelegenheit, um sich an Moskau zu wenden. Der palästinensische Außenminister Riad al-Maliki berichtete während seines jüngsten Besuchs in Russland, dass „es sich immer lohnt, an die Rolle Russlands zu erinnern, weil es im Vergleich zu unseren westlichen Partnern die UN-Resolutionen zum Nahost-Konflikt immer eingehalten hat".

„Abbas braucht erstens Geld, zweitens Waffen für den Kampf gegen die Hamas und drittens politische Unterstützung", meint Alexej Malaschenko, Kaukasus-Experte vom Moskauer Carnegie-Zentrum. Das Hauptproblem für Abbas sei nicht Israel, sondern die Hamas, deswegen sollte dieser Besuch seine Autorität unter den Palästinensern sowie dessen diplomatischen Ruf stärken, so der Experte.

Der jetzige Besuch von Abbas soll zeigen, dass Moskau nach wie vor eine Schlüsselrolle als Vermittler im Nahen Osten spielt. „Im vorigen Jahr hat die US-Administration voller Elan die Palästinenser-Frage aufgegriffen, die zuvor von den Republikanern vernachlässigt wurde. Die russische Diplomatie ist im Vergleich dazu in den Hintergrund geraten", betont Gumer Issajew, Leiter des St. Petersburger Zentrums für Nahost-Studien. „Derzeit versucht Russland also, aktiver zu werden", so Issajew.

Das wichtigste Ziel der russischen Diplomatie ist, in Moskau eine internationale Konferenz zur Nahost-Regelung durchzuführen. Am Dienstag hat Abbas dieser Idee erneut zugestimmt. Russland versucht zugleich den Dialog zwischen der Fatah von Abbas und der im Gaza-Streifen herrschenden Hamas wieder aufzunehmen.

 „Beide Seiten stellen sich gegenseitig unerfüllbare Forderungen, davon hängt dennoch die Einheit des palästinensischen Volkes ab", klagt Michail Margelow, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Föderationsrates (Oberhaus), der in der vorigen Woche während seines Besuchs in Israel und den Palästinsergebieten mit Abbas zusammengetroffen hatte. Russland werde nicht auf den Dialog mit der Hamas verzichten, die im Westen als Terrororganisation eingestuft werde. „Man muss die Situation vernünftig einschätzen und mit den Radikalen Kontakt aufnehmen", so Margelow.

Russland versucht die erste Geige im „Nahost-Quartett" zu spielen. Mufid Koteisch, Professor der Staatlichen Universität im Libanon, schätzt aber dessen Chancen gering ein: „Es hat bei den USA mit Israel nicht geklappt, deswegen kann Russland kaum etwas machen, weil es keine solchen Druckhebel gegen Israel im Vergleich zu den USA hat."

Quellen: „RBC Daily", „Nowyje Iswestija" vom 27.01.2010

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14:20 27/01/2010 Mahmud Abbas, der international anerkannte Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde, ist wegen der auf der Stelle tretenden Nahost-Lösung erneut nach Moskau gekommen, berichten russische Zeitungen am Mittwoch. >>

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