Ausland
Kreml erwartet neuen START-Vertrag im März-April - MEHR
Thema: START-Vertrag
MOSKAU, 03. Februar (RIA Novosti). Russland und die USA können bereits im März oder April den neuen Vertrag zur Begrenzung strategischer Atomwaffen (START) unterzeichnen.
Das teilte Sergej Prichodko, Sprecher des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew, am Mittwoch in Moskau mit. Das sei eine durchhaus „realistische Frist“. Der Wortlaut des neuen Vertrags sei „im Großen und Ganzen“ bereits vereinbart. „Doch es sind noch einige prinzipielle Unstimmigkeiten offen.“
Eine anonyme Quelle im Kreml teilte ihrerseits mit, dass der neue Abrüstungsvertrag von den Präsidenten Russlands und der USA sehr wahrscheinlich in einem dritten Land unterzeichnet werde. Als möglicher Ort sei Prag im Gespräch.
Aus den Verhandlungskreisen verlautete indes, der neue Vertrag, der jetzt ausgehandelt werde, werde dem russischen Anliegen Rechnung tragen, die atomare Abrüstung an Begrenzungen für die Raketenabwehrsysteme zu knüpfen. „Die Position Russlands wird berücksichtigt“, hieß es.
Die frühere US-Administration unter Präsident George W. Bush hatte mit ihrem Plan, einen Raketenschild in Osteuropa zu errichten, scharfe Kritik aus Moskau auf sich gezogen. Die neue Administration unter Barack Obama setzte das Projekt aus.
Die neue Vereinbarung soll den START-1-Vertrag ersetzen, der noch 1991 geschlossen worden und im Dezember abgelaufen war. Der Vertrag verpflichtete beide Staaten dazu, ihre strategischen Atomwaffen auf jeweils 6 000 Gefechtsköpfe und 1600 Trägerraketen zu reduzieren.
Auf Russland und die USA entfallen 90 Prozent aller Atomwaffen der Welt. Schon 1993 hatten beide Staaten den START-2-Vertrag unterzeichnet, der unter anderem Mehrfachsprengköpfe verbot. Doch dieser Vertrag trat nicht in Kraft, weil Russland ihn aussetzte, nachdem die USA 2002 aus dem ABM-Vertrag von 1972 ausgestiegen waren.

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