Ausland
Atomstreit: Frankreich fordert neue Sanktionen gegen Iran
Thema: Atomstreit mit Iran
MOSKAU, 08. Februar (RIA Novosti). Nach der Ankündung des Iran, ungeachtet der weltweiten Kritik hoch angereichertes Uran zu produzieren, fordert der französische Verteidigungsminister Hervé Morin neue Sanktionen gegen den Mullah-Staat.
Bei seinem Treffen mit US-Außenminister Robert Gates sagte Morin nach Angaben der Agentur AFP am Montag, es gebe keinen anderen Weg, als neue Strafmaßnahmen zu beschließen, wenn Iran sein Atomprogramm nicht stoppe. Laut Morin stimmen Frankreich und die USA in dieser Frage völlig überein.
Der Iran hatte am Montag die Internationale Atomenergie-Behörde (IAEA) über den Beginn der Produktion von hoch angereichertem Uran informiert.
Der französische Außenminister Bernard Kouchner bewertete Irans Ankündigung als Erpressung. Die Iraner hätten nicht das nötige Wissen, um Uran mit einem Anreicherungsgrad von 20 Prozent herzustellen, wurde Kouchner von AFP zitiert. „Das ist nicht seriös. Uns bleibt leider nichts übrig als zu Sanktionen zu greifen, weil Verhandlungen nicht möglich sind.“
Der Iran besitzt 1,5 Tonnen auf 3,5 Prozent angereichertes Uran, benötigt für seinen Forschungsreaktor in Teheran jedoch Uran mit einem Anreicherungsgrad von 20 Prozent. Die internationale Gemeinschaft verdächtigt Teheran, unter dem Deckmantel seines Nuklearprogramms Atomwaffen zu entwickeln.
Zur Lösung des Streits hatte die IAEA dem Iran vorgeschlagen, dessen niedrig angereichertes Uran ins Ausland zu schicken, wo es auf 20 Prozent angereichert und zu Brennelementen verarbeitet werden soll. Teheran wies das Angebot zunächst ab. Dann sagte Präsident Ahmadinedschad, er sehe "kein Problem, unser angereichertes Uran ins Ausland zu schicken". Am Wochenende kündigte Ahmadinedschad den Beginn der Produktion von hochangereichertem Kernbrennstoff an.
Der UN-Sicherheitsrat hat bereits fünf Resolutionen mit Sanktionen verabschiedet, um Teheran zum Verzicht auf die Urananreicherung zu zwingen. Der Iran weist aber alle Anschuldigungen mit der Begründung zurück, sein Atomprogramm sei ausschließlich auf die Deckung des eigenen Strombedarfs gerichtet.

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