
MOSKAU, 09. Februar (RIA Novosti). In einer Pilotsendung "De repente con Chavez" ("Plötzlich mit Chavez") im venezolanischen Radio hat Präsident Hugo Chavez am Montag erklärt, er sei bereit, den Energienotstand wegen der außerordentlichen Dürre im Lande auszurufen.
Die neue Sendung bezeichnete Chavez "Partisanenaktionen mittels Rundfunk", teilt die AFP mit. Die Sendung solle keine festen Sendezeiten haben und zu jeder Tages- und Nachtzeit ausgestrahlt werden können.
Wie der venezolanische Staatschef im Pilotprogramm mitteilte, wird ein Harfenspiel venezolanischer Volksmusik vor Beginn jeder neuen Radiosendung erklingen.
"Wenn Sie im Rundfunk ein Harfenspiel hören, kann das bedeuten, dass Sie bald Chavez hören. Das wird plötzlich passieren, vielleicht um Mitternacht, vielleicht frühmorgens", teilte der venezolanische Staatschef mit.
In seiner Pilotsendung bezeichnete der Präsident des lateinamerikanischen Staates die Dürre in Venezuela als "die Schlimmste seit einhundert Jahren".
"Wir sind bereit, einen Energienotstand zu verkünden, weil es wirklich ein Notstand ist", sagte Chavez. Das größte Wasserkraftwerk Guri am Orinoko kann nach seinen Worten wegen der Dürre und als Folge des gesunkenen Wasserstandes im Stausee seine volle Leistung nicht erreichen.
Der venezolanische Staatschef präzisierte nicht, welche Schritte die Regierung bei dem Notstand plane. Früher appellierte Chavez an die Landesbevölkerung, zu Sparsamkeitsmaßnahmen zu greifen.
Wie das staatliche Energieunternehmen Corpoelec früher mitgeteilt hatte, wird das venezolanische Energiesystem noch im Mai von einem Kollaps betroffen, wenn der Wasserstand im Stausee weiter sinkt.
Vor einer Woche erklärte Chavez, die venezolanische Regierung habe die Absicht, einen speziellen Fonds für die Unterstützung der Energiewirtschaft mit einem Geldkapital von mindestens einer Milliarde US-Dollar zu stiften.
Nach seinen Worten sind diese Gelder für 59 Projekte im Bereich Stromerzeugung und Kraftübertragung und für 50 Projekte im Bereich technische Wartung und Renovierung von Energieobjekten bestimmt.
Analysten zufolge muss man in diese Branche in Venezuela fast 18 Milliarden US-Dollar investieren, um die Stromnachfrage im Land zu decken.