Ausland
Iran warnt vor weiterer Verzögerung bei Lieferung russischer S-300-Raketen
MOSKAU, 09. Februar (RIA Novosti). Die weitere Verzögerung der vereinbarten Lieferungen von russischen Luftabwehr-Raketensystemen S-300 würde dem Image des Lieferanten in Iran schaden. Das sagte der iranische Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast am Dienstag nach Angaben der Agentur Isna.
„Alle Staaten müssen ihren Verpflichtungen nachkommen. Die Verletzung der Pflichten wird das Gedächtnis des iranischen Volkes negativ prägen“, sagte Mehmanparast. Er nannte zwar kein konkretes Land, meinte aber offenbar Russland, das noch 2005 mit dem Iran einen Liefervertrag für S-300-Systeme abgeschlossen, jedoch bislang keine geliefert hat.
Ob und wann die Auslieferung beginnt, ist unbekannt. Im Oktober berichtete die Zeitung „Wedomosti“, Russland habe den S-300-Vertrag auf Eis gelegt. Iranische Militärs drohten Russland sogar mit einer Gerichtsklage und kündigten an, ein heimisches Pendant für die versprochenen S-300-Systeme zu bauen. Israel und westliche Staaten äußerten sich wiederholt besorgt über russische Waffengeschäfte mit der Islamischen Republik. Zuvor hatte Russland bereits Flugabwehr-Raketen Tor-M1 an Teheran verkauft.
Fla-Raketen-System S-300P. INFOgraphiken
S-300-Raketen sind für die Verteidigung großer Industrie- und sonstiger Zivil- und Militäranlagen bestimmt und können unter anderem auch ballistische Langstreckenraketen abfangen. Die neusten Modifikationen sind in der Lage, Ziele in einer Entfernung von 150 km und in bis zu 27 km Höhe zu bekämpfen. Theoretisch können die S-300, die gegenwärtig den Kern der Luftabwehr Russlands bilden, auch gegen Bodenziele eingesetzt werden. Raketensysteme dieses Typs stehen in der Ukraine, Weißrussland, Kasachstan, die Slowakei, Bulgarien, Griechenland und China im Dienst.

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