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Streit um Heiligtümer: Palästinenser-Führer warnt vor religiösem Krieg

14:25 24/02/2010

Als Provokation, die einen religiösen Krieg auslösen könnte, wertet der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, die Entscheidung Israels, zwei Heiligtümer im okkupierten Westjordanland in die Liste der Nachlassobjekte des jüdischen Volkes aufzunehmen.

GAZA, 24. Februar (RIA Novosti). Als Provokation, die einen religiösen Krieg auslösen könnte, wertet der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, die Entscheidung Israels, zwei Heiligtümer im okkupierten Westjordanland in die Liste der Nachlassobjekte des jüdischen Volkes aufzunehmen.

Zu den etwa 150 Geschichtsdenkmälern, kulturellen Sehenswürdigkeiten und religiösen Heiligtümern, die unter besonderer Obhut der israelischen Regierung stehen und vorrangig finanziert werden sollen, gehören ab jetzt die Patriarchenhöhle in der Stadt Hebron und das Grab der Urmutter Rahel in Bethlehem, die gleichzeitig von den Juden und den Moslems verehrt wird.

"Das derart provokative Handeln kann den Friedensprozess nicht positiv beeinflussen... Es kann nur einen religiösen Krieg auslösen", sagte Abbas laut der palästinensischen Presse am Dienstag in Brüssel.

Die Palästinenser betrachten den am Sonntag gefassten Beschluss der israelischen Regierung als einen Übergriff auf die Rechte der Moslems und als einen weiteren Versuch, sich in den besetzten Territorien zu behaupten. In Hebron und Bethlehem ist es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Ortsansässigen und den israelischen Truppen gekommen.

Die Handlungen Israels werden von etlichen arabischen Ländern, darunter von Ägypten und Jordanien, verurteilt. Der Chef des islamistischen Rebellenkabinetts im Gaza-Streifen, Ismail Hania, hat die palästinensische Bevölkerung des Westjordanlandes zu einem neuen anti-israelischen Aufstand aufgerufen.

Israel hat die Kritik als "eine heuchlerische Lügenkampagne" abgewiesen.

In einer dazu abgegebenen Erklärung des Regierungssprechers Nir Hefez heißt es unter anderem: "Die Patriarchenhöhle und Rahels Grab sind überlieferte Grabstätten des jüdischen Volkes von Abraham, Isaak und Jakob sowie der Mütter der Nation, Sahra, Rebekka, Lea und Rahel. Diese Anlagen sind dreieinhalb tausend Jahre alt, sie verdienen, geschützt und wiederhergestellt zu werden."

Hefez bekräftigt gleichzeitig das Festhalten Israels an dem Prinzip des freien Zuganges "der Angehörigen aller Religionen zu allen Heiligtümern".

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