Ausland
Erdogan bläst Schweden-Besuch ab - Ankara ruft Botschafterin zurück (Zusammenfassung)
ANKARA/STOCKHOLM, 11. März (RIA Novosti). Die Türkei ruft ihre Botschafterin aus Stockholm zurück.
Das berichteten türkische Medien am Donnerstag unter Berufung auf die Regierung in Ankara. Zudem habe Regierungschef Recep Tayyip Erdogan den bereits geplanten Schweden-Besuch abgesagt. Am selben Tag hatte das schwedische Parlament den Massenmord an den Armeniern 1915 im Osmanischen Reich als Genozid anerkannt.
Der auf Vorschlag der rot-grünen Opposition gefasste Beschluss war für die Regierung in Stockholm eine Überraschung, wie der schwedische Radiosender SR berichtete. Bürgerliche Parteien hätten den Vorschlag mit der Begründung nicht unterstützt, dass "Politiker die Geschichte nicht schreiben sollten". Dennoch wurde der Beschluss dank den Stimmen einiger Abgeordneten von bürgerlichen Parteien durchgesetzt.
Nach Angaben der schwedischen Presse waren beim Massenmord an den Armeniern im Jahr 1915 rund 2,5 Menschen ums Leben gekommen.
Der Genozid an den Armeniern im Osmanischen Reich wurde 1965 von Uruguay als erstem Land anerkannt. Dem Beispiel folgten dann Russland, Frankreich, Italien, Deutschland, die Niederlande, Belgien, Polen, Litauen, die Slowakei, die Schweiz, Griechenland, Zypern, Libanon, Kanada, Venezuela, Argentinien und 42 US-Bundesländer. Der Genozid wurde auch vom Vatikan, dem Europaparlament und dem Weltkirchenrat anerkannt.
Am 4. März hatte der Auswärtige Ausschuss des Repräsentantenhauses des US-Kongresses eine Resolution angenommen, in der der Massenmord an den Armeniern im Osmanischen Reich als Genozid bezeichnet wurde. Dafür stimmten 23 Kongressabgeordneten, 22 waren dagegen. Darauf rief Ankara seinen Botschafter in Washington zu Konsultationen zurück.

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