Ausland
Georgischer Journalist bittet Ukraine um politisches Asyl für seine Familie
TIFLIS, 19. März (RIA Novosti). Der Chefredakteur der georgischen Zeitung Schansi, Bondo Kurdadse, hat in der Ukraine politisches Asyl für seine Familie beantragt. Der Grund sei der zunehmende politische Druck seitens der georgischen Behörden.
„Als Redakteur der ersten unabhängigen Zeitung in Georgien muss ich wegen der Verfolgung, Erpressung und Drohungen an meine Familie die Heimat verlassen“, schrieb Kurdadse in einem Brief an den ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch und Spitzenpolitiker westlicher Staaten. „Ich bitte um Schutz für meine Kinder und meine Frau, damit sie sicher im Ausland leben könnten.“
Er selbst kehre nach Georgien zurück, um „gegen das Diktatorregime Saakaschwili zu kämpfen“. Die Zeitung Schansi erscheint seit 1989.
„In unserem Staat gibt es heute weder unabhängiges Fernsehen noch unabhängige Gerichte. Tausende Unschuldige sitzen hinter Gittern, jeder Unternehmer hat die staatliche Erpressung am eigenen Leibe verspürt. Die Bürgerrechte werden auf Schritt und Tritt verletzt“, so Kurdadse weiter. Er kritisierte, dass die georgischen Polizisten die siebenfache Bezahlung der Lehrer erhielten und dass die Staatsbeamten überaus gut verdienten, während einfache Menschen verhungern würden.
„Seit mehr als zwei Jahren lädt kein Land mehr unseren Präsidenten zu sich ein. Wobei seine Äußerungen, dass Georgien ein fortschrittliches europäisches Land sei, schon lange niemanden mehr irreführen.“

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