Ausland
Medwedews Syrien-Reise: Energetik, Waffenhandel und Nahostregelung auf der Agenda
MOSKAU, 10. Mai (RIA Novosti). Während seines Besuchs in Syrien am 10. und 11. Mai will der russische Präsident Dmitri Medwedew mit seinem Amtskollegen Baschar al-Assad über die weitere bilaterale Zusammenarbeit in Wirtschaft, Energetik und im militärtechnischen Bereich verhandeln.
Beim russisch-syrischen Gipfeltreffen in Damaskus sollen auch die Nahostregelung und die Situation im Iran, im Irak und im Libanon erörtern werden, teilte der russische Präsidentenberater Sergej Prichodko am Vorabend der Nahostreise von Präsident Medwedew vor der Presse mit.
Der russische Staatschef besucht Syrien zum ersten Mal, während Baschar al-Assad bereits dreimal in Russland geweilt hat, der jüngste Moskau-Besuch fand im August 2008 statt, betonte Prichodko.
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und Syrien bestehen seit Juli 1944.
Aufenthaltsprogramm
Der russische Präsident Dmitri Medwedew und seine Frau Swetlana treffen am Montagabend in Damaskus ein. Nach der offiziellen Zeremonie im Flughafen findet ein kurzes Gespräch zwischen beiden Präsidenten statt.
Nach den Verhandlungen am Dienstag sollen gemeinsame Dokumente unterzeichnet werden, so Prichodko.
Für Dienstag sei auch ein Treffen des russischen Präsidenten mit dem Syrischen Patriarchen Ignatius IV. von Antiochia und ganz Orient geplant.
Am Dienstagabend soll Medwedew seine Reise in die Türkei fortsetzen.
Verhandlungsthemen
Dem Kreml-Sprecher zufolge trägt der politische Dialog zwischen Moskau und Damaskus einen "traditionell vertrauensvollen Charakter".
Die Staatschefs wollen über internationale Probleme, vor allem über die Nahostregelung und die Situation im Nahen Osten im Allgemeinen sprechen. Insbesondere soll die Situation um das Atomproblem im Iran und die Sachlage im Irak und Libanon erörtert werden.
Auch die Zusammenarbeit in Wirtschaft und Handel ist Sergej Prichodko zufolge nach wie vor eine wichtige Komponente im russisch-syrischen Dialog. Im Herbst 2010 soll die nächste Tagung der russisch-syrischen ständigen Kommission für die Zusammenarbeit in Handel, Wirtschaft, Wissenschaft und Technik stattfinden.
Während des Besuchs Medwedews in Damaskus soll auch die 10. Sitzung des russisch-syrischen Geschäftsrats stattfinden.
Der Außenhandelsumsatz zwischen beiden Ländern vergrößerte sich in den Jahren 2005 bis 2008 auf das Vierfache auf knapp zwei Milliarden US-Dollar. Im Krisenjahr 2009 ging der Warenumsatz jedoch um 30 Prozent zurück. Nun wollen die Seiten darüber sprechen, wie diese Situation zu verbessern ist. Präsidentenberater Prichodko zufolge kann dazu unter anderem eine Diversifizierung der Warenliste und die Zusammenarbeit im High-Tech-Bereich beitragen.
Kooperation in Energetik
Moskau und Damaskus arbeiten eng im Brennstoff- und Energiebereich zusammen. In Syrien arbeiten erfolgreich russische Bau- und Energieunternehmen wie Stroytransgaz, Tatneft und das Öl- und Gasunternehmen SojusNefteGas. Im November 2009 hat Stroytransgaz die erste Baufolge des syrischen Abschnitts der panarabischen Gaspipeline (von der Grenze zu Jordanien bis zu der Stadt Homs) und eine Gasverarbeitungsfabrik ihrer Bestimmung übergeben. Eine weitere Gasverarbeitungsfabrik wird gebaut.
Humanitäre Zusammenarbeit
Die beiden Staatschefs wollen auch über die Zusammenarbeit im humanitären Bereich und in der Kultur in den Jahren 2010 bis 2012 verhandeln.
2011 sollen Tage der russischen Kultur in Syrien und 2012 Tage der syrischen Kultur in Russland stattfinden.
Der russische Haushalt gewährt jährlich 35 Stipendien für syrische Studenten in Russland.

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