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Große Gesten bei Siegesfeier: Russland und Polen auf Versöhnungskurs - "Wsgljad"

Thema: 65. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg

13:32 11/05/2010

MOSKAU, 11. Mai (RIA Novosti). Die Präsidenten Russlands, der Ukraine und Weißrusslands haben in Moskau den Startschuss für die Siegesfeier am 9. Mai gegeben, berichtet die Zeitung "Wsgljad" am Samstag.

Das Gedenken an den gemeinsamen Kampf gegen den Faschismus wird eine Spaltung der Völker Russlands, der Ukraine und Weißrusslands niemals zulassen. Davon sprachen der ukrainische Staatschef Viktor Janukowitsch und sein weißrussischer Amtskollege Alexander Lukaschenko, die an den Feierlichkeiten zum 65. Jahrestag des Sieges teilnahmen. Nach den Gesprächen mit seinen Kollegen aus den Nachbarstaaten unternahm Kreml-Chef Dmitri Medwedew einen entschlossenen Schritt zur Aussöhnung mit Polen, indem er etliche Bände aus dem Katyn-Archiv übergab.

Am 8. Mai beteiligten sich die Präsidenten Weißrusslands und der Ukraine sowie Polens Übergangspräsident Bronislaw Komorowski an der feierlichen Einweihung des Gedenksteins für Städte des Militärruhms im Alexander-Garten am Kreml.

Wie Medwedew sagte, ist die Einheit der Völker Russlands, Weißrusslands und der Ukraine eine Garantie dafür, dass die historischen Fakten aus der Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges nicht abgestritten werden können. Ein Beweis dafür sei, fügte er hinzu, auch die Teilnahme der Staatsoberhäupter der Nachbarländer an den Feierlichkeiten.

Am selben Tag traf sich Medwedew mit Polens Interimspräsidenten Komorowski. Dabei übergab er ihm 67 Bände der Strafsache Nr. 159: über die in Katyn erschossenen polnischen Offiziere.

Der Fall Katyn ist einer der Punkte, die die Beziehungen über viele Jahre auf die Probe stellten. Warschau forderte Moskau mehrmals auf, sich zur Wahrheit über die Tragödie restlos zu bekennen.

In diesem Jahr beschloss die russische Führung, auf Polen zuzugehen: Im April veröffentlichte die russische Archivbehörde Rosarchiv die Dokumente aus der so genannten geheimen "Mappe Nr. 1". Die darin enthaltenen Materialien belegen: Die Ermordung von beinahe 20 000 polnischen Militärangehörigen, die sich Anfang 1940 in den Lagern und Gefängnissen des NKWD befunden hatten, wurde von Jossif Stalin angeordnet.

Komorowski wusste den Schritt Russlands zu schätzen und betonte, dass der Ausbau der Beziehungen dadurch ein gutes Fundament erhalten könne.

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