Ausland
Trotz Sanktionen: Iran lockt Gazprom Neft - „Nesawissimaja Gaseta"
MOSKAU, 29. Juni (RIA Novosti). CIA-Direktor Leon Panetta hat am Sonntag im US-Fernsehen davor gewarnt, dass Iran ausreichend niedrig angereichertes Uran für den Bau zweier Atombomben hat, schreibt die russische „Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag.
Um diese Bomben fertig zu bauen, wird die Islamische Republik jedoch wahrscheinlich rund zwei Jahre brauchen, so der CIA-Chef
Die iranische Führung streitet ab, dass sie die Bombe bekommen will. Außerdem muss niedrig angereichertes Uran viel höher angereichert werden, um Waffen bauen zu können. Doch das mangelnde Vertrauen zu Teheran und die Undurchsichtigkeit des Atomprogramms lassen Beobachter vermuten, dass der Iran doch zur Atommacht aufsteigen oder fast diesen Status erreichen will.
Der russische Präsident Dmitri Medwedew bemerkte dazu, dass die G8-Staats- und Regierungschefs das iranische Atomprogramm, die jüngste UN-Resolution und die Maßnahmen einzelner Staaten detailliert diskutiert haben. „Hier müssen wir auch in allen Aspekten außerordentlich aufmerksam sein", sagte der Präsident. Panettas Informationen müssten geprüft werden, sagte er.
Die Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen einige iranische Unternehmen, die am Atom- und Raketenprogramm beteiligt sind, werden die Iraner kaum zwingen, auf ihre Atompläne zu verzichten. Auch die EU und die USA verschärften ihre Sanktionen gegen den Iran. Die Strafmaßnahmen sollen unter anderem Investitionen in die iranische Öl- und Gaswirtschaft begrenzen. Moskau zeigte sich darüber verärgert: „Wir werten diese Schritte der Partner als Anzeichen eines Kurses, der gegen die Grundsätze der gemeinsamen Arbeit bei den Sechserverhandlungen und im Format des UN-Sicherheitsrates verstößt. Für uns sind Versuche, sich auf diese Weise über den Sicherheitsrat zu stellen, inakzeptabel", hieß es im russischen Außenministerium.
Die Iraner versuchen trotz dieser weiteren Strafmaßnahmen, ausländische Unternehmen zur Erschließung ihrer Bodenschätze heranzuziehen. So sagte der Vizepräsident der Nationalen Iranischen Ölgesellschaft (NIOC), Hodschatollah Ganimifard, Ende der vergangenen Woche, dass die Verhandlungen mit Gazprom Neft über die Erschließung der Ölvorkommen Asar und Schangule kurz vor dem Abschluss stehen. Laut einer Pressemitteilung von Gazprom Neft vom 11. November des Vorjahres wurde ein Vorvertrag mit NIOC geschlossen. Darin wurde vereinbart, gemeinsam die Vorkommen Azar und Schangule zu erschließen. Beide Vorkommen seien nicht groß, aber aussichtsreich, sagte die russische Iran-Expertin Nina Mamedowa vom Orient-Institut der russischen Akademie der Wissenschaften der „Nesawissimaja Gaseta".

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