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Ausland

Personalie sorgt für Ärger: Russe übernimmt Leitung von UN-Büro für Drogenbekämpfung - „Wedomosti“

Thema: Weltweite Drogengefahr nimmt zu

13:52 19/07/2010

MOSKAU, 19. Juli (RIA Novosti). Die Ernennung des russischen Diplomaten Juri Fedotow zum Chef des UN-Büros für Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung (UNODC) hat einen internationalen Skandal ausgelöst, schreibt die Zeitung „Wedomosti" am Montag.

24 internationale Nichtregierungsorganisationen, die mit der Politik Russlands im Bereich der Menschenrechte unzufrieden sind, äußerten sich negativ über Fedotows Ernennung.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte am 9. Juli Juri Fedotow, russischer Botschafter in Großbritannien, zum Exekutivdirektor des UN-Büros für Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung und Chef des UN-Büros in Wien ernannt. Fedotow ist der erste Russe, der die 1997 gebildete UNODC führen wird. Zudem wird er als zweiter Russe zum Chef des UN-Büros und stellvertretenden UN-Generalsekretär.

Laut Anatoli Adamischin, Mitglied des Rats für Außen- und Verteidigungspolitik, ist die Ernennung Fedotows von großer Bedeutung, weil nicht so viele Russen UN-Spitzenpositionen besetzen.

24 führende internationale Nichtregierungsorganisationen im Bereich des Kampfes gegen die Verbreitung von HIV und AIDS haben einen Brief an den UN-Generalsekretär geschrieben. Darin rufen sie ihn auf, Russland und seinen Vertreter mit diesem strategisch wichtigen Posten nicht zu belohnen. Dies hängt damit zusammen, dass Russland darauf verzichtete, wissenschaftlich begründete Maßnahmen zur Vorbeugung von HIV zu nutzen. Zudem wurde Russlands Vorgehen in Afghanistan und der fehlende Respekt vor den Menschenrechten erwähnt.

Russland sei eines der weniger Länder, wo Methadon und Buprenorphil bei der Behandlung der Drogenabhängigen verboten sei, heißt es im Brief. Zudem bestehe Russland auf einer gewaltsamen Vernichtung der Opiumplantagen in Afghanistan.

Laut einem Mitarbeiter der russischen Drogenkontrollbehörde (Gosnarkokontrol) ist die Effektivität der Methadon-Therapie wissenschaftlich nicht begründet. Russlands Einstellung zu dieser Methode sei tatsächlich negativ. Was den Kampf gegen die Drogenherstellung in Afganistan betreffe, bestehe Russland auf dem Kampf gegen die Opiumplantagen und unterstütze Maßnahmen, die Mohnsaaten durch andere Agrarkulturen zu ersetzen. Die Anschuldigungen, dass Russland nur Gewaltmaßnahmen unterstütze, seien falsch, so die Quelle.

Laut dem Pressedienst des UN-Generalsekretärs hat Fedotow gute Kenntnisse über die Arbeit der UNODC. Die betreffe unter anderem die Gewährleistung der Vorherrschaft des Gesetzes und der Kriminalitätsverhütung. Fedotow stehe über 40 Jahre im diplomatischen Dienst und kann der UNODC mit seiner Erfahrung helfen.

Farhan Haq, Pressesprecher des UN-Generalsekretärs, zufolge ist kein kritisches Schreiben im UN-Sekretariat eingegangen.

Laut Michail Margelow, dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Föderationsrats (Parlamentsoberhaus), ist die Ernennung Fedotows eine qualitative Erhöhung der russischen Präsenz in der UNO.     

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